Geschichte



 
     

Aus der Dorfgeschichte
Die Geschichte der Kirche St. Theodul ist mit jener des Dorfes eng verbunden. Seit der Einwilligung des Regierungsrates des Kantons Luzern vom 21. Sept. 1810, in Menzberg eine Pfarrei zu errichten, gibt es auch eine eigentliche Dorfgeschichte.

Im 13. Jahrhundert war Menzberg im Besitz der Freiherren von Wolhusen. Aus dieser Zeit stammt das Wappen von Menzberg mit dem an den Fesseln geketteten Jagdvogel Sperber. Er wurde hier von den Jagdherren in Wolhusen gezüchtet.

Als erste Erwähnungen finden wir die Höfe Sibershof (heute: Zibershus) und Oberlehn im 14. Jahrhundert. Ein Mannlehenverzeichnis aus dem Jahre 1595 erwähnt erstmals weitere Höfe, die noch heute bestehen: Gutenegg; Oberlehn (höchster Punkt mit 1110 m ü. M. mit Panoramasicht); Zibershus (es gibt heute mehrere); Gerislehn und Rengg. Das Mannlehenverzeichnis war eine Hofliste mit der Erwähnung der Bewirtschafter, welche zu Diensten, auch Kriegsdienst, aufgeboten werden konnten.

Von diesen Stammhöfen trennten sich durch bessere Bewirtschaftungsmethoden, Rodungen und Vergrösserung der Bevölkerung weitere Höfe ab. In auswärtigem Besitz blieb Oberlehn. Die Alp wurde 1566 durch die Junkersfamilie Pfyffer von Wyher (Altishofen) erworben. Sie veräusserte sie 1832 an Ludwig Schnyder von Wartensee. An ihn erinnert ein Wegkreuz, das später beschrieben wird. Oberlehn ist immer noch im Besitz der Nachkommen des Ludwig Schnyder.

Im 18. Jahrhundert nahm die Bevölkerung rasch zu. Land und Wald konnten in dieser Einsamkeit zu Spottpreisen erworben werden. Die Besitzer waren verkaufswillig. Die Entfernung zur nächsten Kirche betrug bis zu drei Marschstunden. Darum waren die Seelsorge und die christliche Unter­weisung in Menzberg kaum möglich, der Besuch der Gottesdienste war gering; die Taufe und auch die Sterbesakramente konnten nicht rechtzeitig gespendet werden. Pfarrer Bernhard Schnyder von Menznau kannte die Verhältnisse sehr gut und berichtete auch von grossem Unwissen und erdrückender Armut in der Bevölkerung. Seine Eingabe vom 14. Januar 1799 an den Regierungsrat des Kantons Luzern, in Menzberg eine neue Pfarrei zu errichten, entsprach dem Willen der Bevölkerung. Das Gesuch wurde im Gefolge der politischen Wirren in Europa nicht behandelt. Erst am 19. Februar 1806 legte ein Konkordat zwischen dem Bistumsverweser von Konstanz und den Behörden fest, Pfarreien abzurunden. Das bedeutete im Bedarfsfall, neue zu gründen und überflüssige aufzuheben. Dieser Beschluss aktivierte die Bemühungen in Menznau und Menzberg von neuem.

Die Pfarreigründung
Am 26. Juli 1806 musste eine Delegation aus Menzberg beim Regierungsrat versprechen, die wirtschaftlichen Anforderungen einer Pfarrei bewältigen zu können. Der Regierungsrat aber bewilligte am 27. Februar 1807 lediglich eine Kuratkaplanei (Hilfspriester mit eigenem Seelsorgebezirk). Die wirtschaftliche Basis genügte der Regierung nicht. Menznau verlegte nun Jahrzeitstiftungen nach Menzberg; Pfarrer Schnyder und auch der Sakristan in Menznau verzichteten zu Gunsten Menzbergs auf einen Teil ihres Lohnes, ferner wurde eine Spendenaktion bewilligt und durchgeführt.

Am 12. September 1807 sagte die Regierung „Ja” zur Pfarreigründung. Insgesamt wurden 112 Heimwesen aus den umliegenden Pfarreien Willisau, Hergiswil und Romoos der neuen Pfarrei Menzberg zugeteilt. Dies hatte viele Einsprachen zur Folge, die erst fünf Jahre später endgültig erledigt waren.

Die Pfarrei zählte damals ca. 950 Personen, im Jahre 1859 wurden 1123 registriert, 1990 nur noch 562, und 1998 waren es 623.

Mit dem Pfarreirecht verband die Regierung auch die Gewährung des Wirte-, Schmitten-(Schmiede-) und Pfister-(Bäcker-)Rechtes. Die Lehenzinsen sollten zum Unterhalt der Kirche verwendet werden. Schon im Hinblick auf die Errichtung einer Kuratkaplanei hatten die Menzberger versprochen, eine Kirche, ein Pfarr- und ein Schulhaus zu bauen und dem Geistlichen Land zu überlassen, das für den Unterhalt einer Kuh reichte. Bereits 1810 waren alle diese Versprechen erfüllt.

Mit der Gründung der Pfarrei Menzberg war die Aufhebung der Pfarrei Oberkirch verbunden. Sie wurde vom Regierungsrat als überflüssig befunden. Das Kloster St. Urban musste Unterhaltsleistungen, die es seit dem Guglerkrig 1376 als Kollator (Übertragen eines kirchlichen Amtes) in Oberkirch leisten musste, nun an Menzberg entrichten. St. Urban kaufte sich 1845 von dieser Leistung beim Staat los und Menzberg erhielt die Beiträge nun vom Kanton. Bereits im Jahre 1822 wurde Oberkirch wieder neu umschrieben und restituiert.

Als Standort für die neue Kirche kamen die Gutenegg und der Dorfhoger (Marishubel) in Frage. Die endgültige Hofzuteilung, die Standortfrage und damit auch die Verpflichtung zum Frondienst beim Kirchenbau erhitzten die Gemüter. Der Regierungsrat musste mehrmals verbindlich entscheiden.

Der Standort der Kirche bestimmte auch jenen des ent­stehenden Dorfes. An der Stelle des heutigen Dorfes befanden sich damals lediglich zwei Häuser, von denen das Bauernhaus Ziberhus beim Dorfausgang nach der Käserei heute noch steht. Weiter gehörten zum neuen Dorf ein Pfarrhaus, dicht bei der Kirche, das 1820 vollendete Schulhaus und das Krämerhaus des Lehrers, Sakristans und Organisten.